Arbeit und Bildung

Eingliederungsbeihilfe in Österreich: Lohnzuschuss für den Wiedereinstieg

Die Eingliederungsbeihilfe ist ein Lohnkostenzuschuss, den das AMS an Betriebe zahlt, die Personen mit Vermittlungshemmnissen einstellen. Der Zuschuss geht an den Betrieb, nicht an dich — für Bewerbende ist sie dennoch ein starkes Argument im Bewerbungsgespräch.

Ebene
Bund
Stelle
Arbeitsmarktservice
Höhe
Anteil der Lohnkosten über einen befristeten Zeitraum. Umfang beim AMS erfragen.
Antragsfenster
Vor Beginn des Dienstverhältnisses

Eckdaten

Empfängerder Betrieb
ZielgruppePersonen mit Vermittlungshemmnissen
KritischZusage vor Dienstantritt
Nutzen für dichArgument im Bewerbungsgespräch

Voraussetzungen

Schritt für Schritt

  1. Eigene Förderfähigkeit klären

    Frag deine Betreuungsperson beim AMS, ob und in welcher Höhe für dich eine Eingliederungsbeihilfe möglich wäre. Lass dir das möglichst schriftlich geben.

  2. Im Bewerbungsgespräch einsetzen

    Ein Lohnkostenzuschuss senkt das Einstellungsrisiko für den Betrieb erheblich. Sprich ihn aktiv an — besonders bei kleineren Unternehmen, die ihn oft nicht kennen.

  3. Betrieb an das AMS verweisen

    Der Antrag muss vom Betrieb kommen und vor Dienstantritt gestellt werden. Gib die Kontaktdaten deiner AMS-Betreuung weiter.

  4. Zeitpunkt beachten

    Wird das Dienstverhältnis vor der Zusage begonnen, ist die Beihilfe verloren. Das kostet dich zwar nichts, dem Betrieb aber viel — und damit möglicherweise die Stelle.

  5. Weitere Instrumente prüfen

    Je nach Situation kommen Arbeitserprobung, Kombilohn oder Zuschüsse für Menschen mit Behinderung in Betracht.

Wann es die Förderung nicht gibt

  • Dienstverhältnisse, die vor der Zusage begonnen wurden
  • Ersetzung bestehender Arbeitsplätze
  • Personen außerhalb der Zielgruppen
  • Dienstverhältnisse unter der Geringfügigkeitsgrenze
  • Beschäftigung bei nahen Angehörigen, je nach Konstellation

Kombinierbar mit anderen Förderungen?

Andere betriebsbezogene Förderungen wie Kombilohn oder Zuschüsse des Sozialministeriumservice für Menschen mit Behinderung schließen einander teils aus. Für dich persönlich bleiben Kursförderung und Kinderbetreuungsbeihilfe unabhängig möglich.

Ein Instrument, das dir gehört, obwohl das Geld woanders hingeht

Formal ist die Eingliederungsbeihilfe eine Betriebsförderung. Praktisch ist sie ein Argument, das du in der Hand hast: Ein Betrieb, der zwischen zwei Bewerbungen schwankt, entscheidet sich eher für die Person, deren Einstellung mehrere Monate lang bezuschusst wird. Gerade kleine Unternehmen kennen das Instrument oft nicht. Wer es im Gespräch konkret benennt — mit Ansprechperson beim AMS —, verschafft sich einen realen Vorteil.

Die Reihenfolge kann die Stelle kosten

Der Antrag muss vom Betrieb vor Beginn des Dienstverhältnisses gestellt werden. Wird zuerst der Vertrag unterschrieben und der Dienst angetreten, ist die Förderung endgültig weg. Für dich bedeutet das: Sprich das Thema früh an, nicht erst bei der Vertragsunterzeichnung. Ein Betrieb, der erst nachträglich davon erfährt und leer ausgeht, wird die Zusammenarbeit möglicherweise anders bewerten.

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Häufige Fragen

Bekomme ich das Geld?

Nein, der Zuschuss geht an den Betrieb. Für dich ist er ein Argument im Bewerbungsgespräch.

Wer stellt den Antrag?

Der Betrieb, und zwar vor Beginn des Dienstverhältnisses.

Woher weiß ich, ob ich förderfähig bin?

Frag deine AMS-Betreuung und lass dir die Auskunft möglichst schriftlich geben.

Rechtsgrundlagen und Quellen

Passt dazu

Redaktionell aufbereitete Information, keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Förderhöhen sind Richtwerte und hängen von Bundesland, Gemeinde und Jahresbudget ab — prüfe den aktuellen Stand bei der genannten Stelle.

Österreich-spezifisch geprüft📅 Stand 2026🔍 Keine Werbung / keine Provision📖 Quellen: BMF, SVS, AMS, WKO, ÖGK
LM

Leutrim Miftaraj

Gründer, Innopulse Consulting GmbH · Finanz- und SaaS-Unternehmer

Leutrim betreibt mehrere Finanzwissensportale für den DACH-Raum und schreibt über Budgetplanung, Steuern und digitale Finanztools. Alle Inhalte werden redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert.