Was kostet die Krankenversicherung?
Die gesetzliche Krankenversicherung kostet Angestellte in Österreich 3,87 % vom Bruttolohn (der Dienstgeber zahlt zusätzlich seinen Anteil) — dazu kommen das jährliche e-card-Serviceentgelt von 25 € und die Rezeptgebühr von rund 7,55 € pro Medikament. Selbständige zahlen bei der SVS 6,8 % der Beitragsgrundlage.
💰 Dienstnehmer-Anteil: 3,87 % vom Brutto
Kostenaufstellung im Detail
| Position | Richtwert (€) |
|---|---|
| KV-Beitrag bei 3.000 € brutto (DN-Anteil) | ca. 116/Monat |
| KV-Beitrag bei 5.000 € brutto (DN-Anteil) | ca. 194/Monat |
| e-card-Serviceentgelt (jährlich, Nov.) | 25 |
| Rezeptgebühren (Durchschnittshaushalt) | 50–200/Jahr |
| SVS-Mindestbeitrag KV (Selbständige) | ca. 40–50/Monat (Anlauf) |
| Private Zusatzversicherung (Sonderklasse) | 30–150/Monat |
Das österreichische System: solidarisch, mit kleinen Selbstbehalten
Anders als in Deutschland gibt es keine Kassenwahl und keine private Vollversicherung als Ausstiegsoption — die Zuordnung (ÖGK, BVAEB, SVS) folgt der Erwerbstätigkeit. Die spürbaren Eigenkosten sind klein, aber real: e-card-Serviceentgelt (25 €/Jahr, vom Dienstgeber im November eingehoben), Rezeptgebühr (~7,55 €, mit Obergrenze: die Rezeptgebühren-Deckelung begrenzt die Belastung auf 2 % des Nettoeinkommens), Behandlungsbeiträge bei BVAEB/SVS und Selbstbehalte bei Heilbehelfen. Geringverdiener können sich von der Rezeptgebühr befreien lassen — der Antrag wird chronisch zu selten gestellt.
Wahlarzt und Sonderklasse: wofür Private wirklich zahlen
Rund ein Drittel der Arzttermine läuft inzwischen über Wahlärzte: Du zahlst privat (80–250 €/Termin) und bekommst 80 % des Kassentarifs zurück — real oft nur 20–40 % der Rechnung. Eine private Zusatzversicherung (Sonderklasse im Spital: 60–150 €/Monat je Alter; ambulante Tarife für Wahlärzte: 30–80 €) verwandelt diese Kosten in planbare Prämien. Ehrliche Rechnung: Wer jung einsteigt, zahlt lebenslang niedrigere Prämien — wer nie Wahlärzte nutzt und mit dem öffentlichen System zufrieden ist, braucht sie schlicht nicht.
Gesundheitskosten im Budget
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Was zahlen Selbständige wirklich?
SVS: 6,8 % der Beitragsgrundlage für die KV plus 20 % Selbstbehalt bei Arztbesuchen (halbierbar durch Vorsorgeprogramm). In den ersten Jahren gelten günstige vorläufige Mindestgrundlagen — die Nachbemessung nach 3 Jahren ist die klassische EPU-Liquiditätsfalle: Rücklage bilden!
Sind Familienmitglieder mitversichert?
Kinder ja, beitragsfrei. Ehepartner ohne eigenes Einkommen: beitragsfrei nur mit Kindererziehung (oder Pflege), sonst fallen 3,4 % Zusatzbeitrag an — ein oft übersehener Posten in Alleinverdiener-Budgets.
Was kostet die Selbstversicherung ohne Job?
Die freiwillige Selbstversicherung in der KV kostet regulär rund 500 €/Monat, für Studierende gibt es den begünstigten Tarif um ~70 €/Monat und für geringfügig Beschäftigte die Opt-in-Versicherung um ~75 €/Monat (inkl. Pension) — Letztere ist einer der besten Deals des Systems.
Gründer, Innopulse Consulting GmbH · Finanz- und SaaS-Unternehmer
Leutrim betreibt mehrere Finanzwissensportale für den DACH-Raum und schreibt über Budgetplanung, Steuern und digitale Finanztools. Alle Inhalte werden redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert.