Was kostet die Staatsbürgerschaft?
Die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft kostet je nach Bundesland insgesamt rund 1.500–3.000 € pro Person — sie zählt damit zu den teuersten Einbürgerungen Europas, zusammengesetzt aus Bundesgebühren (über 1.100 €) und stark unterschiedlichen Landesverwaltungsabgaben.
💰 Gesamt pro Person: ca. 1.500–3.000 €
Kostenaufstellung im Detail
| Position | Richtwert (€) |
|---|---|
| Bundesgebühr Verleihung (Erwachsene) | ca. 1.100–1.200 |
| Landesverwaltungsabgabe (Bundesland!) | ca. 300–1.800 |
| Staatsbürgerschaftsprüfung (Kurs optional extra) | 50–90 |
| Dokumente, Übersetzungen, Beglaubigungen | 100–400 |
| Ggf. Entlassung aus bisheriger Staatsangehörigkeit | 0–1.500 je Land |
| Reisepass + Personalausweis danach | ca. 100–170 |
Warum Österreich so teuer und streng ist
Österreich verlangt im Regelfall 10 Jahre rechtmäßigen Aufenthalt (6 Jahre u. a. bei EWR-Bürgerschaft, Ehe mit Österreicher:in plus 5 Jahre Ehe, B2-Deutsch oder nachhaltiger Integration), gesicherten Lebensunterhalt ohne Sozialhilfebezug in den letzten Jahren, Unbescholtenheit und die Staatsbürgerschaftsprüfung. Dazu kommt der Grundsatz der Vermeidung von Doppelstaatsbürgerschaft: Die bisherige Staatsangehörigkeit muss in der Regel aufgegeben werden — mit eigenen Kosten und Fristen des Herkunftslands. Die Gesamtgebühren variieren je Bundesland erheblich; Wien, NÖ und OÖ liegen bei Erwachsenen häufig im Bereich von 1.500–3.000 € gesamt.
Budget- und Zeitplanung für Familien
Für Ehepaare mit zwei Kindern summiert sich die Einbürgerung schnell auf 4.000–7.000 € — Kinder sind bei Bundes- und Landesgebühren zwar reduziert, aber nicht gratis. Der Einkommensnachweis ist die häufigste Hürde: gefordert ist ein Lebensunterhalt deutlich über den ASVG-Richtsätzen, nachgewiesen über 36 Monate innerhalb der letzten 6 Jahre. Verfahren dauern je Bundesland 12–36 Monate. Wer plant: Gebühren beim eigenen Amt der Landesregierung vorab schriftlich erfragen — die Streuung ist real und die Beträge sind bei Antragstellung bzw. Verleihung fällig.
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Gibt es Ermäßigungen oder Ratenzahlung?
Landesabhängig sind Ermäßigungen für Kinder und teils für besondere Fälle vorgesehen; Ratenzahlungen sind Verhandlungssache mit der Behörde. Ein Rechtsanspruch auf Gebührennachlass besteht nicht — Budget vorab realistisch planen.
Darf ich die alte Staatsbürgerschaft behalten?
Nur in Ausnahmen (z. B. Unmöglichkeit oder Unzumutbarkeit der Entlassung, anerkannte Flüchtlinge, besondere Verdienste). Der Regelfall ist die Aufgabe — deren Kosten und Konsequenzen (Erbrecht, Grundbesitz im Herkunftsland) gehören in die Gesamtrechnung.
Was kostet die Prüfung und wie schwer ist sie?
Die Staatsbürgerschaftsprüfung (Landes- und Bundesteil: Geschichte, Demokratie, Landeskunde) kostet je Land etwa 50–90 €; Vorbereitungsskripten sind offiziell verfügbar. Mit Vorbereitung liegt die Bestehensquote hoch — Wiederholungen kosten erneut Gebühr.
Gründer, Innopulse Consulting GmbH · Finanz- und SaaS-Unternehmer
Leutrim betreibt mehrere Finanzwissensportale für den DACH-Raum und schreibt über Budgetplanung, Steuern und digitale Finanztools. Alle Inhalte werden redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert.