Was kostet ein Testament?
Ein eigenhändiges Testament kostet in Österreich nichts — beim Notar oder Rechtsanwalt errichtet und im Österreichischen Zentralen Testamentsregister registriert, liegen die Kosten für ein einfaches Testament typischerweise bei 150–500 €.
💰 Notariell (einfach): ca. 150–500 €
Kostenaufstellung im Detail
| Position | Richtwert (€) |
|---|---|
| Eigenhändiges Testament | 0 |
| Beratung + Errichtung Notar/Anwalt (einfach) | 150–500 |
| Komplexe Regelungen (Unternehmen, Immobilien) | 500–1.500+ |
| Registrierung im ÖZTR | ca. 20–25 |
| Erbvertrag (nur Ehepartner, Notariatsakt) | 500–1.500 |
| Spätere Änderung/Widerruf | wie Neuerrichtung |
Die Formfallen des österreichischen Erbrechts
Das eigenhändige Testament muss komplett handschriftlich verfasst und unterschrieben sein — ein getipptes (fremdhändiges) Testament braucht dagegen drei gleichzeitig anwesende Zeugen mit Zusätzen zu ihrer Zeugeneigenschaft, und genau hier passieren die meisten Ungültigkeits-Fehler. Seit der Erbrechtsreform gelten zudem strengere Zeugenregeln. Wer selbst schreibt: Datum, klare Erbquoten, Ersatzerben, Unterschrift am Ende — und das Dokument über Notar oder Anwalt im Zentralen Testamentsregister registrieren lassen (ca. 20–25 €), damit es im Verlassenschaftsverfahren sicher gefunden wird.
Warum die Registrierung wichtiger ist als die Form
Im österreichischen Verlassenschaftsverfahren fragt der Gerichtskommissär (Notar) automatisch das Testamentsregister ab — registrierte Testamente werden gefunden, Schubladen-Testamente erstaunlich oft nicht. Die Kombination «eigenhändig verfasst + beim Notar hinterlegt und registriert» ist für einfache Verhältnisse die günstigste sichere Lösung. Bei Immobilien, Patchwork-Familien, Unternehmensanteilen oder Pflichtteils-Themen (Kinder!) zahlt sich die anwaltliche oder notarielle Gestaltung mehrfach aus: Pflichtteilsminderung, Schenkungen zu Lebzeiten und Belastungs- und Veräußerungsverbote sind Präzisionswerkzeuge — keine Vorlagen-Themen.
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Was passiert ohne Testament?
Es gilt die gesetzliche Erbfolge: Ehepartner erbt neben Kindern ein Drittel, der Rest geht an die Kinder. Lebensgefährten ohne Trauschein erben (fast) nichts — für Patchwork- und unverheiratete Paare ist das Testament deshalb keine Kür, sondern Pflicht.
Was kostet das Verlassenschaftsverfahren die Erben?
Gerichtskommissär-Gebühren (wertabhängig) und Gerichtsgebühren — bei durchschnittlichen Nachlässen einige hundert bis wenige tausend Euro. Ein klares, registriertes Testament verkürzt und verbilligt das Verfahren spürbar.
Brauche ich zusätzlich Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung?
Ja — das Testament wirkt erst im Todesfall. Vorsorgevollmacht (Errichtung + ÖZVV-Registrierung beim Notar/Anwalt: ca. 150–400 €) und Patientenverfügung (verbindlich: mit ärztlicher und rechtlicher Beratung, ca. 200–400 €) regeln Handlungsfähigkeit und Behandlungswünsche zu Lebzeiten. Das Paket gehört zusammen.
Gründer, Innopulse Consulting GmbH · Finanz- und SaaS-Unternehmer
Leutrim betreibt mehrere Finanzwissensportale für den DACH-Raum und schreibt über Budgetplanung, Steuern und digitale Finanztools. Alle Inhalte werden redaktionell geprüft und regelmäßig aktualisiert.